Mobilfunk: Telefónica Deutschland kündigt Ende von 2G an
2G-Abschaltung 2028: Was Geschäftskunden jetzt wissen müssen
Telefónica Deutschland hat am 1. Juni 2026 den Termin bestätigt: Die zweite Jahreshälfte 2028 markiert das Ende von 2G im O2-Netz. Damit ziehen alle drei großen Netzbetreiber an einem Strang. Die Telekom schaltet 2G am 30. Juni 2028 ab, Vodafone im September 2028.
Für Privatnutzer mit einem aktuellen Smartphone ist das meist kein Problem. Für Unternehmen, die Maschinen, Fahrzeuge oder Anlagen über 2G vernetzen, läuft die Uhr.
Warum 2G jetzt abgeschaltet wird
2G wurde für Sprache und SMS entwickelt. Das war 1991. Seitdem hat sich die Nutzung von Mobilfunknetzen grundlegend verändert: Daten dominieren, Maschinen kommunizieren, Videotelefonie ist Standard.
Die Frequenzen, auf denen 2G heute läuft, sind wertvoll. Netzbetreiber können damit deutlich leistungsfähigere 4G- und 5G-Kapazitäten aufbauen. Die Abschaltung ist deshalb kein Rückbau, sondern eine Umwidmung.
International ist Deutschland damit kein Vorreiter. Die Schweiz hat 2G bereits Anfang 2023 abgeschaltet. Frankreich plant das Ende für Ende 2026, Schweden für Ende 2027. Der deutsche Zeitplan 2028 gibt Unternehmen noch Spielraum, aber keinen endlosen.
Wen die Abschaltung konkret trifft
Smartphones und Tablets
Moderne Geräte sind 4G- und 5G-fähig. Wer seinen Fuhrpark aus Firmenhandys in den letzten fünf Jahren erneuert hat, muss hier nichts tun.
Anders sieht es bei sehr alten Geräten aus, die nur 2G beherrschen. Die sind in Geschäftsbetrieben selten, aber vorhanden, zum Beispiel als Notfalltelefone oder in Bereichen mit geringem Datenbedarf.
M2M- und IoT-Anwendungen
Hier liegt das eigentliche Risiko für viele Unternehmen. Typische Anwendungsfälle, die heute noch über 2G laufen:
- Telemetrie-Systeme in Maschinen und Fahrzeugen
- GPS-Tracker in Fuhrparks
- Alarmanlagen und Einbruchmeldeanlagen
- Fest verbaute Steuerungssysteme in der Produktion
- Fernüberwachung von Energiezählern oder Pumpenanlagen
Diese Geräte wurden oft für eine lange Betriebsdauer ausgelegt. Ob darunter 2G-Module stecken, wissen viele Verantwortliche gar nicht. Eine Inventur der vernetzten Geräte ist der erste sinnvolle Schritt.
Was konkret zu tun ist
Schritt 1: Bestandsaufnahme
Welche Geräte im Unternehmen kommunizieren über Mobilfunk? Das betrifft nicht nur Handys, sondern alle SIM-Karten, auch M2M-SIMs in Maschinen, Fahrzeugen und Gebäudetechnik. Mobilfunkanbieter können auf Anfrage auflisten, welche SIMs im Vertrag welchen Standard nutzen.
Schritt 2: Technologie prüfen
Ein Gerät mit 2G-Modul kann in vielen Fällen nicht einfach umprogrammiert werden. Oft braucht es einen Hardware-Tausch. Das gilt besonders für ältere M2M-Module. Sinnvolle Nachfolgeoptionen sind:
- 4G/LTE für die meisten Standard-Anwendungen
- 4G Narrowband-IoT (NB-IoT) für batteriebetriebene Sensoren mit geringem Datenvolumen
- 5G RedCap für IoT-Anwendungen, die mehr Bandbreite brauchen als NB-IoT bietet
Schritt 3: Verträge und Geräte koordinieren
Wer M2M-Verträge mit kurzen Laufzeiten hat, kann beim nächsten Verlängerungsfenster auf 4G- oder 5G-fähige Module wechseln. Bei fest verbauten Systemen mit langen Betriebszyklen lohnt es sich, den Austausch frühzeitig in die Investitionsplanung aufzunehmen, nicht erst 2027.
Telefónica empfiehlt frühzeitige Beratung
Telefónica Deutschland hat gemeinsam mit der Abschaltankündigung auf Beratungsleistungen über O2 Business verwiesen. Das ist kein Selbstzweck: Wer eine größere Geräteflotte migrieren muss, braucht Zeit für Planung, Beschaffung und technische Umsetzung. Zwei Jahre klingen lang. In Unternehmen mit komplexen Beschaffungsprozessen sind zwei Jahre schnell verbraucht.
Die Bundesnetzagentur informiert ebenfalls über den regulatorischen Rahmen der Abschaltung und stellt FAQs zu den Zeitplänen bereit.
Neue Verträge: Direkt auf 4G/5G setzen
Wer gerade Mobilfunkverträge für sein Unternehmen neu abschließt oder verlängert, sollte 2G als Kriterium komplett außen vor lassen und direkt auf 4G- oder 5G-fähige Tarife setzen.
Geschäftstarife im Markt starten ab 11,73 EUR netto im Monat (Spanne 11,73 bis 50,41 EUR netto im Monat). Welcher Tarif und welcher Anbieter, ob O2, Telekom oder Vodafone, für Ihr Unternehmen passt, hängt von Anbieter, Laufzeit und Vertragsmenge ab. Verbindliche Preise lassen sich nur individuell ermitteln.
Fazit
Die 2G-Abschaltung ist beschlossen und der Termin steht: zweite Jahreshälfte 2028 bei O2, 30. Juni 2028 bei der Telekom, September 2028 bei Vodafone. Für Unternehmen ohne M2M-Geräte ist der Handlungsbedarf gering. Wer aber Maschinen, Fahrzeuge oder Anlagen über 2G vernetzt hat, sollte jetzt mit der Bestandsaufnahme beginnen, nicht in zwei Jahren.
Prüfen Sie im nächsten Schritt, welche Tarife zu Ihrer Gerätezahl und Ihrem Datenbedarf passen.
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Häufige Fragen
Telefónica Deutschland schaltet 2G in der zweiten Jahreshälfte 2028 ab. Die Telekom beendet 2G am 30. Juni 2028, Vodafone im September 2028.
Moderne Smartphones und Tablets sind meist kein Problem. Das größte Risiko liegt bei M2M- und IoT-Anwendungen wie GPS-Trackern, Telemetrie-Systemen, Alarmanlagen und Fernüberwachungsgeräten, die fest verbaut oder älter sind.
Für die meisten Standard-Anwendungen ist 4G/LTE geeignet. Für batteriebetriebene Sensoren mit geringem Datenvolumen empfiehlt sich 4G Narrowband-IoT (NB-IoT), für höhere Bandbreitenanforderungen 5G RedCap.
Machen Sie eine Bestandsaufnahme aller SIM-Karten im Unternehmen, auch in Maschinen und Fahrzeugen. Ihr Mobilfunkanbieter kann auf Anfrage auflisten, welche SIMs welchen Mobilfunkstandard nutzen.
Nein, ein Gerät mit 2G-Modul kann in vielen Fällen nicht einfach umprogrammiert werden. Oft ist ein Hardware-Tausch notwendig, besonders bei älteren M2M-Modulen.
Es ist sinnvoll, jetzt mit der Bestandsaufnahme zu beginnen und den Austausch frühzeitig in die Investitionsplanung aufzunehmen. Bei komplexen Beschaffungsprozessen können zwei Jahre schnell verbraucht sein.
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Sparpotenzial berechnenQuellen
- Mobilfunk: Telefónica Deutschland kündigt Ende von 2G an
- Bundesnetzagentur – 2G Abschaltung
- 2G-Abschaltung: Was damit auf Verbraucher:innen zukommt | Verbraucherzentrale.de
- Bundesnetzagentur – Breitband – Zeitraum der Abschaltung
- 2G-Abschaltung: O2, Telekom und Vodafone schalten bis 2028 ab
- G2-Mobilfunk-Standard: O2 Telefónica gibt Termin für Abschaltung bekannt


